Heute gibt es endlich mal wieder eine gute Vorlesung, anstatt wissenschaftlichen Regel stehen Sami auf dem Programm. Gehalten wird die Veranstaltung von einem sehr sympathischen, leicht verpeilten Italiener. Seine Art ist wirklich klasse. Und damit nicht genug – heute wird wieder ein sehr interaktiver Tag. Im Arktikum findet nämlich eine Präsentation Feldforschern statt. Sie präsentieren Gegenstände, die sie in ihren Forschungen erworben oder selbst hergestellt haben. Natürlich gehen wir hin und wir dürfen die Gegenstände sogar berühren. Teils sind die Berührungen sehr intensiv. Ich werde zum Beispiel sanft dazu gedrängt in einen Rentiermantel zu schlüpfen. Das Ding ist ganz gut warm. Vielleicht kann ich es mal leihen? Florian sein Besitzer erzählt mir, dass er in dem Mantel mehrere Monate bei -40 Grad verbracht hat, der Mantel durch Abnutzung nun aber eher ein Herbstmantel sei. Und die Abnutzung bekomme ich am eigenen Leib zu spüren. Als ich mich aus dem Ding winde, bin ich über und über mit Rentierhaaren bedeckt. Sehr witzig, aber vor allem kommunikativ. Viele der Anwesenden zupfen mir die Haare ab, ;-). So auch eine Forscherin aus Russland. In unserem Gespräch stellt sich heraus, dass sie zur indigenen Gruppe der Nenet gehört.

Dashain

Nach dem ersten Mucki-Buden-Besuch in Finnland steht dann abends ein weiteres Highlight an. Das “Nepal Team”, so die Bezeichnung, die sich in Kuntotie für die nepalesische Gruppe durchgesetzt hat, lädt zur Party ein. Zunächst hatte ich gar nicht realisiert, wie groß die Veranstaltung wird. Tatsächlich rückt sogar die lokale Presse an. Und es stellt sich heraus, dass 80 Leute aus 15 Nationen an der Party teilnehmen. Und jeder einzelne bekommt rotem Reis auf die Stirn gedrückt und heiliges Gras in die Haare gestreut. So werden wir gesegnet, denn darum geht es bei dem Fest, welches in Nepal 15 Tage lang begangen wird, hauptsächlich. Die Älteren segnen die Jüngeren, um sie vor Übel zu bewahren. Und die Nepalesi bewahren uns nicht nur vor Übel, sondern füttern uns auch. Sie haben in einer unvergleichlichen Kochaktion, Berge an Reis sowie Gemüse-, Hühnchen- und Lamm-Curry gezaubert. Dieses leckere Essen ist einfach unvergleichlich, endlich mal scharfes Essen in Finnland, ;-). Tischtennis und Tisch-Eishockey sorgen dann noch für ein etwas internationaleres Flair und vor allem für viel Spaß, ;-). Ist schon witzig, die eigenen Tischtennistalente doch wieder zu entdecken.

Indie-Konzert im Kauppayhtiö

Gute Musik und normale Leute, so kann man die Party im Kauppayhtiö zusammenfassen. Zwar kennt auch das finnische Publikum die Band scheinbar nicht, aber sie macht ganz gut Stimmung. Und wie mir Elisa, die mir in meiner ersten finnischen Nacht so nett geholfen hat, versichert, bin ich am richtigen Ort, ;-). Irgendwann muss der alte Mann aber mal nach Hause, heute ist das irgendwann recht früh, ;-). Während die anderen noch zu Klängen vom Band tanzen, mache ich mich um 2 auf den Heimweg. Dabei belustigt mich auf den ganzen Weg die Erinnerung an Carlos Missverständnis. Er hat heute einen wirklich asiatischen Abend verbracht. Nach fremden Essen auch noch fremde Klänge, denn er hat für sich Indie-Rock mit Rock aus Indien übersetzt, ;-).

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