Auf geht’s. Mit dem Auto geht es erst nach Düsseldorf, dann mit einer Mitfahrgelegenheit nach Frankfurt. Von dort per Tram und S-Bahn zum Flughafen. Insgesamt verläuft die Reise sehr entspannt. Da Lea und ich gerne neben einander sitzen möchten, bietet uns die Dame am Ticket-Schalter Sitze an den Notausgängen an. Herrlich viel Beinfreiheit!

Ich fliege das erste Mal mit Turkish Airlines, Flug und Essen sind gut. Allerdings funktioniert nur eine Toilette an Bord, so dass sich der Sitzplatz als sehr kommunikativ erweist. Denn hier herrscht ein reger Durchgangsverkehr von Menschen, die gerne auf das Klo wollen. Immerhin wird es dadurch nicht langweilig und die 3 Stunden vergehen wie im Flug, :-D. In

Istanbul treffen wir den Rest der Gruppe. Und nach einem kurzen Aufenthalt geht es dann schon wieder weiter. Diese Maschine ist kleiner und – abgesehen von einer Unterbrechung fürs zweite Abendessen – verschlafe ich diesen Trip. Nicht schlecht mit dem Blick auf das nächtliche und überraschend riesige Istanbul einzuschlummern, ;-).

Tbilisi erreichen wir um ca. 3.30 morgens. Die Einreise ist recht entspannt. Für einmal in die Kamera grinsen, bekommt man 360 Tage, die man im Land verbringen darf. Kein schlechter Deal. Unser Gepäck dreht schon erwartungsvoll seine Runden auf dem Rollband. Alles da – naja fast. Leas Rucksack hat beschlossen doch etwas länger in Istanbul zu bleiben. Die Stadt sah ja auch von oben sehr einladend aus.

Nach einem herzlichen “Gamarjoba” geht es mit dem Mini-Bus nach Akhaltsikhe. Als wir Tbilisi verlassen, haben wir kurze Blicke auf die Altstadt, abgedrehte Architektur, den Präsidentenpalast und die “gläserne” Polizei. So ein Gebäude aus Glas ist ein guter Weg Transparenz zu zeigen, :-D. Der Palast erinnert an eine Mischung aus Weißem Haus und Reichstag. Da liegt es fast nahe, dass eine der größten Straßen “George W. Bush Avenue” benannt ist.

Kurz nach Tbilisi übermannt mich die Müdigkeit. Nach einem herzhaften Schluck schwefelhaltigen Wassers, eine eher gewöhnungsbedürftige Erfrischung, lasse ich mich von den Löchern in der Straße in den Schlaf wiegen. So richtig wach werde ich erst wieder kurz vor Ziel, naja in dessen Nähe. Denn wir fahren direkt in die Stadt hinein und dort beginnen dann Stadtrundfahrt und Sprachtraining. Beides sehr unfreiwillig, unser Busfahrer versucht sich den richtigen Weg zu erfragen. Zumeist bekommen wir die Antwort “Ar wizi – Ich weiß nicht” – gut, dass Georgi uns das beigebracht hat, :-D. Am Ende stehen wir ohne Busfahrer vor dem Friseur am Busbahnhof. Da uns der Friseur auch keine Auskunft geben konnte, ist der Busfahrer mit einem Taxifahrer losgezogen, um den Weg zu erkunden. Nach einer Raucherpause und einem Aufenthalt bei der Polizei kommen beide zurück und wissen den Weg.

Das Hotel ist ganz anders als ich mir es vorgestellt hatte. Es ist brandneu, zumindest die Teile die wir beziehen. Die anderen werden gerade noch errichtet, :-D. Aber die Doppelzimmer sind gut, auch wenn ich bei der wohlverdienten Dusche nicht nur den Duschkopf, sondern auch dessen Befestigung in der Hand halte. Dafür umfängt mich das weiche Bett ganz schnell und ich schlummere selig ein.

Den Nachmittag verbringen wir in der Stadt. Geldwechsel und Essen. Letzteres wird zum reinsten Festmahl. Salat, Chatschapuri (Hefeteig mit Käse gefüllt) und Atcharuli Chatschapuri (Blätterteig mit Käse und Ei) in der urigen Atmosphäre eines Kellergewölbes mit Holzmöbel. Genial. (Dass fast jedes Essen mit Koriander verfeinert wird, verschweige ich mal, ;-)) Denn das Essen ist wirklich super.

Zurück im Hotel treffen die anderen Gruppen bald ein. Auf dem Programm steht dann für heute auch nur noch das gemeinsame Essen. Die Georgier tragen auf und geben uns einen Eindruck von den angekündigten Festmählern. Im Anschluss gibt es eine erste vorsichtige Annäherung bei Bier und selbstgebranntem Vodka. Hm, bei der letzten Sorte ist etwas fehlgeschlagen. Das zeug ist brennbar und schmeckt wie Farbverdünner. Zum Glück probiere ich nur einen Tropfen.

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